Chatbots, Gamification, virtuelle Realität – die digitalen Entwicklungen der Zukunft führen allesamt in eine Richtung: Zu mehr Interaktivität. Jedes noch so nützliche Angebot wird deutlich effektiver und attraktiver, sobald es von einem standardisierten Tool zu einer individuell zugeschnittenen Lösung wird.

Das dachte sich auch der Videostreaming-Dienst Netflix, als er mit seiner beliebten Serie „Black Mirror“ den nächsten Schritt in eine digitale Zukunft wagte: Im Film „Bandersnatch“ kann der Zuschauer selbst entscheiden, was als nächstes passiert, Entscheidungen für den Protagonisten treffen und damit das Ende der Geschichte maßgeblich beeinflussen.

Die enthusiastische Reaktion der Zuschauer zeigt: Je interaktiver eine Erfahrung ist, umso eher lassen sich Menschen darauf ein und umso besser merken sie sich, was sie erlebt haben.

Noch sind existentielle Krisen und Verschwörungstheorien wie bei „Bandersnatch“ kein regelmäßiger Teil von Mitarbeiterschulungen – zum Glück! Doch was in der Unterhaltung längst funktioniert, ist auch in der Personalentwicklung in Form von interaktiven Lernpfaden erreichbar.

Was sind interaktive Lernpfade?

Im E-Learning versteht man unter interaktiven Lernpfaden – auch „Learning Paths“ genannt – die Möglichkeit, aufgrund des Inputs eines Lernenden unterschiedliche Lerninhalte auszuspielen. Stellt man zum Beispiel anhand eines Quiz fest, in welchem Bereich der Lernende noch Wissenslücken aufweist, können diese gefüllt werden, indem er zu einem Lerninhalt weitergeleitet wird, der seinem Wissensstand entspricht. Ebenso denkbar wäre eine Abfrage danach, welches Problem konkret gelöst werden soll, sodass die relevanten Informationen ausgespielt werden. Jeder Lernende macht also eine auf seinen individuellen Bedarf zugeschnittene Lernerfahrung.

Warum sind interaktive Lernpfade effektiver als Standard-Trainings?

Wissen als Video verfügbar zu machen ist bereits ein wichtiger Schritt, um den Lernerfolg zu steigern. Durch das Ansprechen mehrerer Lerntypen fällt es den Lernenden leichter, sich Sachverhalte zu merken. Werden diese Videos auch noch von den eigenen Kollegen erstellt, werden dadurch die Motivation und das Zusammengehörigkeitsgefühl weiter gesteigert.

Über diese Vorteile des digitalen Lernvideos hinaus fördern Lernpfade durch ihre Interaktivität noch einen zusätzlichen Lerntyp. Zudem passen sie hervorragend zur Selbstbestimmungstheorie von Ryan & Deci. Nach dieser Theorie ist der Lerneffekt umso größer, wenn die drei Grundbedürfnisse nach Kompetenz, sozialer Eingebundenheit und Autonomie erfüllt werden. Mit anderen Worten sollten Sie Ihrem Team Schulungsformate anbieten, bei denen

  • Mitarbeiter die zeitliche Einteilung selbst bestimmen können.
  • der Input der Lernenden die Reihenfolge oder die Art von Lerninhalten beeinflusst.
  • Mitarbeiter genau die Informationen erhalten, die sie brauchen, und sich dadurch ernst genommen fühlen.

Eine Maschine kann das Leben erleichtern und erheitern, aber solange ich ihr keinen Input geben kann, der zu unterschiedlichen Ergebnissen führt, ist sie schlecht für komplexe Prozesse geeignet.

Welche Möglichkeiten gibt es, interaktive Lernpfade bei Mitarbeiterschulungen zu nutzen?

Selbst wenn Sie sich „nur“ im digitalen Bereich bewegen und keinen Blended Learning-Ansatz verfolgen, können Sie Ihrer Kreativität bei der Verwendung von Lernpfaden freien Lauf lassen. Wir haben für Sie eine Auswahl an möglichen Gestaltungsideen als Inspiration zusammengestellt – doch haben Sie keine Scheu, selbst kreativ zu werden!

Zu den Möglichkeiten, mit interaktiven Lernpfaden Mitarbeiter zu schulen, gehört zum Beispiel:

  • Storytelling – Erzählen Sie in Ihrem Video eine Geschichte. Lassen Sie Ihre Nutzer bestimmen, was als Nächstes geschehen soll, und zeigen Sie die Folgen dieser Entscheidung im Video.
  • Einstufungstest – Stellen Sie ein Quiz an den Anfang Ihres Videos, in dem die Mitarbeiter zeigen, auf welchem Wissensstand sie sich befinden. Präsentieren Sie dann Inhalte, die zu diesem Level passen.
  • Performance Support – Fragen Sie Ihre Nutzer im Video danach, welche Aufgabe sie im Moment lösen wollen, und zeigen Sie dann, was für die Lösung gebraucht wird.
  • On-The-Job Learning – Stellen Sie ähnliche Inhalte zusammen, die sich aber für jede Abteilung oder jedes Team leicht unterscheiden. Fragen Sie dann zu Beginn des Videos nach dem Einsatzbereich des Nutzers und leiten Sie ihn entsprechend weiter.
  • Produktinformationen – Wenn Ihre Produkte sich je nach bestimmten Bedingungen voneinander unterscheiden, lassen Sie Ihre Nutzer auswählen, für welches sie sich genau interessieren (z. B. bei Versicherungen, wo erst demografische Daten abgefragt werden, bevor das passende Produkt angezeigt wird).

In diesem Video sehen Sie ein Beispiel dafür, wie selbst ein kleines Storytelling-Element Interaktivität und Wissenstransfer miteinander kombinieren kann. Anschließend erklären wir Ihnen, wie interaktive Lernpfade mit SlidePresenter ganz einfach implementiert werden können:

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